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10.01.2012   Twitter Facebook

Rente mit 67 – Rentenkürzung durch die Hintertür verhindern

Wir – GewerkschaftsGrün – fordern die Aussetzung der Rente mit 67, denn mit Blick auf die vorherrschenden Arbeitsbedingungen führt die Rente ab 67 ohne flankierende Reformen und Maßnahmen für viele zu einer Rentenkürzung durch die Hintertür.

 

Nicht jede Erwerbsbiografie lässt ein Arbeiten bis zum 67. Lebensjahr zu. Deshalb brauchen wir ein Bündel ein Maßnahmen. Eine Rentenreform muss die Verschiedenheit der Lebens- und Erwerbsbiografien berücksichtigen und die unterschiedlichen Belastungen perspektivisch auf das gesamte Arbeitsleben eines Menschen im Blick haben. Die Stichworte sind: armutsfeste Erwerbsminderungsrente, abschlagsfreie Rente nach 45 Versichertenjahre, Teilrente, Garantierente und ein Systemwechsel hin zu einer Bürgerversicherung. 

 

Hier geht es zur ausführlichen Pressemitteilung – ich freue mich auf die Diskussion!

 


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Kommentar zu diesem Beitrag von Matthias Eimen aus Ludwigsburg
Donnerstag, 09-02-12 21:05
Die Rente mit 67 ist nicht unser Problem und schon gar nicht die Abschläge die einer nach 45 Beitragsjahren bekommt. 45 Beitragsjahre das erreichen zumeist Leute, die bei einem Unternehmen eine Lehre gemacht haben und dann 45 Jahre da weitergearbeitet haben und dann mit einer netten Abfindung und Betriebsrente in den vorzeitigen Ruhestand gehen. Es sei ihnen gegönnt. Den Abschlag können die aber auch verkraften! Das Problem sind die unterbrochenen Erwerbsbiografien der Leiharbeiter, die bei jeder Krise arbeitslos werden und dann die 45 Beitragsjahre auch nie erreichen! Und das bei einem Gehalt das gerade zum Überleben reicht (damit ist auch die Höhe des Rentenanspruchs determiniert).

Die Garantierente haben wir über die Sozialhilfe auch schon und es ist mir nicht klar, warum Rentner das Prozedere nicht zugemutet werden kann, dass man Familien und Alleinerziehenden zumutet (gut Grundsicherung wäre einfacher aber die Diskussion mache ich hier nicht auf).

Die Teilrente finde ich viel spannender. Hier könnte es interessante Lösungen geben, wobei weder Arbeitgeber noch Rentner dies wollen, wie man an der Altersteilzeit sehen konnte (aus meiner Erfahrung: 99% Blockmodell!)

Insgesamt betrachtet:
Mindestlohn ist das sozialpolitische Thema der Stunde (denn davon profitieren die Arbeitnehmer sofort und die späteren Rentner (höherer Lohn, höherer Beitrag, höhere Rente))

Die Rente mit 67 ist im Grundsatz gerecht, denn sowohl Lebenserwartung als auch Gesundheit mit 65 sind signifikant besser als vor xx Jahren.
Kommentar zu diesem Beitrag von Beate Müller-Gemmeke
Montag, 23-01-12 10:18
Ich bin begeistert, wie viele Kommentare ich zum Beitrag „Rente mit 67“ erhalten habe. Und ich muss mich gleich entschuldigen, dass ich jetzt erst antworte. Aber mit Fraktionsklausur und Sitzungswoche bin ich nach ein paar ruhigen Tagen gleich wieder heftig im Alltag gelandet. Aber jetzt habe ich etwas Zeit.
Es freut mich, dass unsere kritische Position so viel Unterstützung erfährt. Das macht Mut für die innerparteiliche Diskussion. Dieses Jahr werden wir das Thema bei einem sozialpolitischen Kongress und beim Parteitag diskutieren. Ich hoffe sehr, dass wir da gute Überzeugungsarbeit leisten können. Nach den Kommentaren scheint es so, als ob unsere Vorschläge insgesamt als richtig erachtet werden. Zentral finde ich auch, dass die Rente nicht ausschließlich am Alter festgemacht werden darf. Es macht wirklich einen Unterschied, ob jemand früh oder spät angefangen hat zu arbeiten. Auf ein paar Anmerkungen möchte ich jetzt konkret eingehen:

Detlef Reppenhagen:
Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. Ja – ein Alter in Würde ist auch mir wichtig. Und die Rente muss auch Anerkennung und Wertschätzung ausdrücken. Deshalb sind unverhältnismäßige Kürzungen bzw. Abschläge nicht akzeptabel.

Peter Pflueger:
Auch Sie haben Recht. Manche Renten bzw. Pensionen sind unverhältnismäßig hoch. Ich werde das mal mit einem Experten besprechen. Ich bin mir nicht sicher, ob bei Änderungen das Bundesverfassungsgericht eingreifen würde.

Thomas Schwan:
Sie schreiben, was machen wir, wenn wir nicht mehr arbeiten dürfen.  In meinen Vorstellungen ist das kein Problem. Es muss Regelungen geben, ab wann (mit 67 oder nach 45 Versichertenjahre) die Beschäftigten ohne Abschläge in Rente gehen können, aber natürlich können sie länger arbeiten. Es macht kein Sinn, dass jemand aufhören muss zu arbeiten, wenn er eigentlich länger arbeiten kann und will. Ich möchte mehr Flexibilität – so beispielsweise auch eine Möglichkeit für Teilrente. D.h. ein Beschäftigter kann länger arbeiten, aber mit weniger Stunden. Er bekommt Lohn und Rente und erhöht damit dann auch noch seine Rentenanwartschaften.

Christof Knauer:
Systemwechsel – ja, aber da müssen wir noch dicke Bretter bohren. Bei der Krankenversicherung haben wir Grünen uns auf eine Bürgerversicherung, also auf einen Systemwechsel, verständigt. Bei der Rente sind wir noch weit davon entfernt. Alle sollen einzahlen und alle Einkommen sollen Grundlage dafür sein, dann brauchen wir aber „oben“ eine Deckelung und „unten“ eine Grundrente. Das ist aber gesellschaftlich noch nicht durchsetzbar. Aber ich schätze mal, dass dabei der demografische Wandel helfen wird.  Und somit ist das auch die Antwort auf
Wolfgang Raith.

Kristina Wiechert:
In dem kurzen Text war der Frauenaspekt nicht sichtbar. Aber natürlich entsteht meine Kritik auch mit Blick auf die Frauen. Die Rente mit 67 wird das Problem „Altersarmut bei Frauen“ verstärken. Du hast Recht, natürlich müssen die Familiensorgezeiten mehr angerechnet werden. Vor allem müssen die Frauen zukünftig besser am Erwerbsleben teilnehmen können. Es gilt also, unsere gesamte Palette der Frauenpolitik umzusetzen.
Kommentar zu diesem Beitrag von Edith Heller aus Pliezhausen
Donnerstag, 19-01-12 16:16
Ich finde, man sollte nach 45 Arbeitsjahren ohne Abzug in Rente gehen dürfen. Das wäre eine gerechte Regelung - wer früh anfängt kann früh gehen, wer spät anfängt, geht spät. Und alle haben 45 Beitragsjahre - das muss doch reichen !!!
Kommentar zu diesem Beitrag von Martin Schultheiß aus Reutlingen
Montag, 16-01-12 18:44
Hallo, Frau Müller-Gemeke. Meines wissens zahlt die Rentenversicherung doch arbeitnehmer und Arbeitgeber. Wenn dies so ist, entziehen sich diese wieder einmal der gesellschaftlichen Verantwortung. Man soll die Rente mit 60 so lassen wie sie ist und die beiträge meinetwegen steigen, aber dann für beide Seiten. So ist der Arbeiter wieder doppelt betroffen. Außerdem ist es richtig, wenn ein arbeiter mit 45 Arbeitsjahren in Rente gehen kann richtig. aus diesem Grund fand ich die Aussage der Grünen Fraktion entsetzlich,das sie die Rente mit 67 mitgehen wollen. Ich möchte sie unterstützen und hoffe daß diese fatale Richtung geändert wird. Man könnte ja einmal den Kopf einsetzen. Das wird von uns Arbeitern ja auch gefordert, da müßte bei den vielen Doktoren in der Politik ja viel herauskommen. Viel Erfolg bei ihren Bemühungen, ihr
Martin Schultheiß
Kommentar zu diesem Beitrag von Christof Knauer
Sonntag, 15-01-12 13:56
Entschuldigung, aber ich wollte nicht doppelt posten. Beim ersten Mal, hatte ich nicht das Gefühl, dass es angenommen wurde.
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