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28.07.2018

Albtour 2018 - Tag 5

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Unser fünfter Tourtag endete traditionell auf dem Stadtfest in Münsingen. Bei der offiziellen Eröffnung des Stadtfests überraschte mich Bürgermeister Mike Münzing mit einem Geschenkkorb, denn die 10. Albtour bedeutet auch der 10. Besuch auf dem Stadtfest. Morgens waren wir im Zentrum des UNESCO-Biosphärengebiets Schwäbische Alb in Auingen. Und danach besuchten wir gleich nebenan das albgut im Alten Lager bei Franz Tres. Begleitet hat mich heute mein „Patenkind“ Tanja Schwenkschuster, die ich im Rahmen des parlamentarischen Austauschprogramms ausgewählt habe. 

Seit April leitet Achim Nagel das Biosphärenzentrum. Er und 18 Beschäftigte kümmern sich schwerpunktmäßig um die Verbindung von Naturschutz und Unternehmen auf der Alb. Daraus entwickelte sich auch die Marke „Albgemacht“ – ein neues Projekt, in dem verschiedene Produzenten, wie etwa eine Schäferei oder eine Mühle vertreten sind, aber auch Rewe Südwest. Mit albgemachten Produkten soll die Biodiversität vor Ort geschützt werden. Auch der Bienenstrom ist eines der Projekte. Sechs Biogaser, wie etwa Dennis Striebel, den wir vorgestern besuchten, liefern hier Strom aus dem Heu von Blumenwiesen und sorgen damit für mehr Lebensraum für die Bienen. Mit einer auf den sanften und nachhaltigen Tourismus ausgerichteten Partnerinitiative gewann das Biosphärengebiet im vergangenen Jahr sogar den Nachhaltigkeitspreis des Bundes als nachhaltigste Tourismusregion Deutschlands. Rund 20.000 Besucher_innen kommen pro Jahr ins Gebiet, darunter viele Schulklassen. Doch es könnten mehr sein, wenn das Biosphärengebiet leichter zu erreichen wäre. Ein Mobilitätskonzept für das gesamte Biosphärengebiet, wie es etwa im Nationalpark Schwarzwald schon existiert, wäre bitter nötig.

Profitieren würde davon auch Franz Tress mit seinem albgut im Alten Lager. Denn das liegt direkt hinter dem Biosphärenzentrum. Seit 2015 kümmert sich Tress um das ehemalige Militärgelände des XIII. Königlich Württembergischen Armeekorps dessen Unterkünfte mitsamt Truppenübungsplatz 1895 auf der Schwäbischen Alb erbaut wurden. Die Offiziersunterkünfte und Mannschaftsbaracken, aber auch das Offizierskasino oder die Kapelle sind noch so gut wie vollständig erhalten und stehen unter Denkmalschutz.

Tress hat große Pläne mit dem Gelände. Erst gestern fanden zwei Hochzeiten dort statt, eine im alten Palais, dem früheren Offizierskasino, die andere an der alten Post. Geschlafen haben alle Hochzeitsgäste in sanierten früheren Offiziersunterkünften. Bisher prägen Events wie diese Hochzeiten die Aktivitäten im Alten Lager. Doch das wird sich ändern. Je mehr Gebäude restauriert sind, je mehr Parks und Gärten entstehen, desto stärker wird sich das Alte Lager in einen Ort verwandeln, der Menschen aus Nah und Fern anziehen soll. Tress plant Wildgehege und Parks. In ehemaligen Unterkünften sollen Ferienwohnungen und ein Tagungshotel entstehen. Wellness, eine Klettermauer, eine Disc Golf Anlage, eine Mountainbike-Strecke und ein Kino sollen für Abwechslung sorgen. Und im hinteren Teil des Geländes befinden sich künftig gläserne Manufakturen. Dort werden natürlich die Tress-Nudeln zu finden sein, aber auch Buchdrucker, eine Seifenmanufaktur, Wollspinnereien oder eine Öhlmühle. Und um das Bild abzurunden, sind schon heute in einigen Gebäuden Kunstmuseen untergebracht, um auch dem Auge der Kunstliebhaberin etwas zu bieten. Franz Tress verfolgt leidenschaftlich seine Ziele. Ich bin überzeugt – er wird das schaffen.

Gegen Abend waren wir dann pünktlich bei der Eröffnung des Stadtfestes in Münsingen. Diese Tradition macht wirklich Spaß, denn dort treffe ich viele bekannte Gesichter. Einfach entspannt plaudern und viel lachen – das ist für mich das Stadtfest. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich auch mein „Patenkind“ Daniel Heilig getroffen habe. Er war 2013 in den USA.   

Zwischendurch habe ich noch den Architekten Andreas Hartmaier getroffen. Während den 10 Albtouren haben wir uns immer wieder in verschiedenen Zusammenhängen getroffen. Er erzählte von seinen laufenden Projekten. Und im Hintergrund servierte Bürgermeister Mike Münzing den Gästen auf dem Kirchplatz Bier und Wein. Das Fest lockte wie jedes Jahr Gäste aus der ganzen Umgebung. Und bis in die tiefe Nacht sorgte Life-Musik für ausgelassene und gute Stimmung.