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30.07.2018

Albtour 2018 - Tag 7

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Der Tag heute begeisterte mich. Die Fahrzeuge von Paravan in Aichelau sind faszinierend, nicht nur für behinderte Menschen, sondern auch mit Blick auf das autonome Fahren. Danach wurde es wieder traditioneller bei der Schäferei Fauser in Pfronstetten. Weiter ging’s nach Indelhausen zu den Bachmanns, die beide das leckere Lautertal-Eis produzieren. Und später tauschten wir die Räder gegen Kanus und fuhren über die Lauter zum Bootshaus in Bichishausen.

In Aichelau machten wir einen Ausflug in die Zukunft. Hier saß ich zum ersten Mal in einem Auto, das ganz von alleine autonom fuhr. Der Wagen fuhr einen Bogen um das Paravan-Firmengelände, und gestartet wurde er per Tablet. Roland Arnold, Geschäftsführer und Inhaber von Paravan, ist überzeugt, „wir sind schon in der Zukunft angelangt.“ 1998 begann seine Firma, zu forschen und Fahrzeuge zu entwickeln, die es mehrfach schwerbehinderten Menschen ermöglichen, selbständig Auto zu fahren. 2002 hatten sie das erste Drive- by-wire Auto am Start, ein Fahrzeug, das keine Lenksäule mehr hat. Stattdessen wird die Lenkung per Computer und über Kabel gesteuert. Autos von Paravan lassen sich per Joystick lenken oder beispielsweise über die Sprache steuern. Mit dieser Innovation besitzt Paravan gleichzeitig eine Schlüsseltechnologie für das autonome Fahren. Ein erstes Fahrzeug hat hier schon die Straßenzulassung. Und im Alten Lager in Münsingen wird er künftig die Teststrecke nutzen, um seine Technik weiter zu erproben. Automobilunternehmen weltweit sind auf die Paravan-Technologie angewiesen. Arnold ist überzeugt: „Die Revolution hat längst begonnen.“ Ich muss sagen, ich ziehe meinen Hut vor Menschen wie ihm.

Von der Werkstatthalle ging es in den Schafstall. Rund 300 Lämmer schützen Stefan und Regina Fauser im Augenblick im Stall vor der allzu großen Hitze draußen im Freiland. Denn in diesem Jahr haben die Schäfer große Probleme wegen der Trockenheit. Auf vielen Flächen wird Mais für die Biogaser angebaut, meint Stefan Fauser, und das Futter für seine Schafe wird knapper auf der Alb. Nach einem wundervollen Mittagsimbiss, den uns die Schäferin Regina Fauser zubereitet hat, fuhren wir zusammen mit ihr raus in die Wacholderheide, denn dort weiden die anderen 1700 Mutterschafe. Landschaftsschutz ist die Hauptaufgabe der Schäferei. Gleichzeitig bieten die Fausers auch Reitwanderern ein Quartier. Wer einmal ausprobieren will, wie es sich früher schäferte, kann bei den Fausers im Schäferwagen übernachten. Oder er legt sich zum Schlafen bei ihnen ins Heu.

Durch die Wacholderheide führte uns meine Albtour weiter nach Indelhausen, wo wir das gute Laudertal-Eis probieren durften. Erdbeere und Vanille waren die Wucht. Und die Sorte Haselnuss schmeckte nussig rund. Ela und Ralf Bachmann haben genau die Nische entdeckt, die es auf der Alb noch brauchte. Anstatt ihren Milchviehbetreib zu vergrößern, haben sie 2002 eine Eismaschine in ihren Keller gestellt und begonnen, Lautertal-Eis zu machen. Inzwischen ist aus dem Keller ein ganz moderner großräumiger Neubau geworden, in dem zwei Eismaschinen und zwei Pasteurisierer dafür sorgen, dass die Eisproduktion weitergehen kann. Abnehmer haben die Bachmanns ziemlich schnell gefunden. Zu 90 Prozent beliefern sie die Gastronomie im Umland im Umkreis von rund 50 Kilometern. Viel größer wollen sie vorerst gar nicht werden. Inzwischen kommen die Kunden von allein zu ihnen. Und auch draußen vorm Haus läuft das Eishäusle wie von selbst. Wir waren bei einer mutigen und sympathischen Familie, die mich sehr beeindruckt hat.  

Zum Abschluss des Tages wurde es nass. Denn wir fuhren mit dem Kanu eine Stunde lang die Lauter hinunter zum Bootshaus in Bichishausen. Eine wunderschöne Strecke, an der sich Bieberbauten mit Entenjungen und vielen blauen Schmetterlinge abwechselten. Und dann gab es da noch mein Team, das sich unterwegs immer wieder mal Wasserschlachten liefern musste. Am Bootshaus kamen wir fast alle pitschnass an. Es war ein toller Abschluss von einem wundervollen Tag.