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31.07.2019

Albtour 2019 - Tag 8

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Tag acht meiner Tour de Alb war zu Beginn Kuh pur: wir besuchten den Bauernhof Weber in Steingebronn. Danach legten wir stramme 20 Kilometer mit dem Rad zurück, um in Indelhausen im Gasthof Hirsch zu Mittag zu essen. Von dort ging es nach Hayingen, zunächst ins Schmuck-Atelier Schmidt-Troche, dann weiter ins Stadtschloss, in dem keine Klaviermusik mehr erklingt und Lothar Bechtle traurigerweise allein der Hausherr ist. Für unseren Team-Abend trafen wir uns dann mit Professor Gunter Grüninger in Willmandingen, um uns im Line-Dance auszuprobieren.

Die Digitalisierung ist längst im Kuhstall angekommen. Bei Annegret und Armin Weber in Steingebronn putzt der Spaltenroboter den Stall und piepst vor sich hin. Wenn die Kühe ihn hören, gehen sie zur Seite und lassen das kugelige Ding passieren. Und doch haben Webers Kühe alle Namen. Und die sind feinsäuberlich in einem großen Buch vermerkt, zusammen mit sämtlichen Daten, die sonst noch interessant sind: Geburtsdatum, Milchleistung, Kälberzahl. In dritter Generation betreibt der Enkel den Hof heute. Er bewirtschaftet 90 Hektar Fläche, auf der Hälfte davon wird Futtermais angepflanzt, die andere Hälfte ist Grünland. Rund 100 Kühe hält Weber im Stall. Die Kälber stehen abseits im Kälber-Iglu-Dorf und leben dort vier bis sechs Wochen alleine, damit sich der empfindliche Nabel nicht entzündet. Jungs sind nach vier Wochen nicht mehr unter den jungen Kühen. Die werden zur Mast verkauft. Im Abkalbbereich stehen die hochträchtigen Kühe. Ihr Bulle steckt in der Pipette und wird nach einem Bullenkatalog ausgesucht. Kermit ist solch ein Katalogbulle. Sein Samen, so wird er beschrieben, sorgt für eine gute Beckenbreite, schöne Euter und gute Milchwerte. Kermits Samen kostet pro Spende 15 Euro. Er ist damit ein begehrter Zuchtbulle. Pro Tag frisst jede von Webers Kühen rund 50 Kilo Futter. Diese Menge braucht sie, um im Schnitt täglich 30 Liter Milch zu geben. Manche geben auch mehr: Die beste Kuh im Stall bringt es derzeit auf 52 Liter.

Anschließend fuhren wir nach Indelhausen, um dort im Hirschen eine Mittagspause einzulegen. Von dort ging es weiter nach Hayingen zu Jutta Schmidt-Troche. Seit 35 Jahren arbeitet die gelernte Gestalterin für Schmuck und Gerät im eigenen Atelier. Vor elf Jahren zog sie damit von Waiblingen nach Hayingen in das alte Küferhaus. Das hat sie mit ihrem Mann zusammen aufwendig renoviert und sich so ein unverwechselbares Heim geschaffen. Im früheren Stall und der Scheune ist heute Schmidt-Troches Atelier untergebracht. Hier werkelt sie und montiert mit Gold, Silber, Platin, Perlen oder Muscheln ihre exquisiten Schmuckstücke. Dabei arbeitet sie nur mit groben Skizzen. Das Schmuckstück selbst entwickelt sich meist erst während der Arbeit an der Werkbank. Ich war fasziniert von einem fein gehäkelten Silberschmuckanhänger, der eine Kette ziert. Beeindruckend, welche wunderschönen Stücke diese Künstlerin schafft. Ab dem 8. September macht sie in Hayingen eine Ausstellung. Vielleicht schaue ich dann noch einmal vorbei.

Bis zum Hayinger Stadtschloss waren es nur ein paar Schritte zu Fuß. Hier leben eigentlich unsere alten Freunde Roger und Lothar – doch seit November ist Lothar Bechtle allein. Roger ist plötzlich gestorben. Sein Tod war aufgrund einer früheren Herzerkrankung absehbar und kam trotzdem für alle völlig überraschend. Noch im letzten Jahr haben wir Roger Makowski getroffen. Damals begleitete er in Frack und Zylinder im Kino auf dem Truppenübungsplatz einen Chaplinfilm am Klavier mit seinen Improvisationen. Im Stadtschloss von Hayingen wurden wir von Lothar mit Cappuccino und leckeren selbstgebackenen Kuchen verwöhnt. Dieses Schloss ist wirklich ein schöner Ort, der von der Tradition der Kleinstadt erzählt, und in dem es lohnt, zu verweilen.

Am Abend stand unser alljährlicher Team-Abend auf dem Programm. Am Ortsausgang von Willmandingen trafen wir Gunter Grüninger in seinem Aktionskunst Studio Albtrauf. Der emeritierte Professor für Chemie hat neun Trainerlizenzen und macht gerade noch die fürs Röhnradturnen. Tanzkurse gibt der 71jährige mal eben so aus der Lamäng. Und uns versuchte er heute Abend Line-Dance beizubringen. Das ging immer gut, so lange die Schritte langsam vorgeführt wurden. Doch sobald die Musik spielte und der Rhythmus schneller wurde, kamen viele von uns immer wieder aus dem Tritt. Die Mehrzahl unserer Männer gab irgendwann auf und klatschte nur noch zum Takt. Das ist wohl typisch. Denn sie melden sich auch bei Grüninger oft zum Line-Dance an. Doch ab der Hälfte des Kurses bleiben die Männer dann meist auf der Strecke. Egal. Uns hat es Spaß gemacht und wir haben viel gelacht. Es war wirklich ein gelungener Team-Abend.

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