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18.12.2018

Anfrage: So viele Minijobs wie vor dem Mindestlohn

Meine schriftliche Frage an die Bundesregierung hat ergeben, dass es wieder fast so viele Minijobs wie vor der Einführung des Mindestlohns gibt. Insbesondere die Minijobs im Nebenjob erreichen neue Höchststände. Das ist ein deutliches Signal und deshalb ist und bleibt unser Ziel sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.  

Die Zahl der Minijobs steigt wieder – insbesondere als Zweitjob. Im März 2014 waren knapp 2,4 Millionen Menschen im Nebenjob geringfügig beschäftigt. Im März 2018 waren das 2,8 Millionen. In diesem Zeitraum ist diese Zahl um satte 16 Prozent gestiegen.

Für mich überwiegen bei den Minijobs die Nachteile. Minijobs schützen beispielsweise nicht vor Armut und im Alter droht – insbesondere für Frauen – häufig Altersarmut. Das IAB hat auch Hinweise, dass Minijobs über fast alle Branchen hinweg zu einer Verdrängung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung führen. Andererseits suchen geringfügig Beschäftigte häufiger nach einer weiteren oder anderen Arbeit und möchten häufiger ihre Arbeitszeit ausweiten. Das IAB kritisiert auch die Minijobs, weil geringfügig Beschäftigte häufiger in informellen Beschäftigungssituationen tätig sind, die spezielle Belastungen und Nachteile mit sich bringen. Sie haben häufiger befristete Arbeitsverhältnisse und seltener einen schriftlichen Arbeitsvertrag. Sie haben häufig keine vertraglich geregelte Arbeitszeit und üben häufig Arbeit auf Abruf aus. Zudem werden häufig keine Ansprüche wie Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder bezahlter Urlaub gewährt. Diese Entwicklung ist nicht akzeptabel.

Ziel muss sozialversicherungspflichtige Beschäftigung sein. Deshalb müssen bei den Minijobs die Hürden beim Übergang zu regulärer Beschäftigung abgebaut werden. Denn es geht immerhin darum, Altersarmut – gerade für Frauen – zu verhindern. Minijobs für Schüler und Rentner hingegen kann es weiterhin geben. Abgesehen davon müssen Löhne und Arbeitsstunden so ausgestaltet sein, damit die Beschäftigten gar nicht mehr auf einen zweiten Job angewiesen sind.

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