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25.10.2012

Antrag: Psychische Gefährdungen mindern – Alter(n)sgerecht arbeiten

Gute und gesunde Arbeitsbedingungen sind eine Zukunftsinvestition, die sich für die Unternehmen und Beschäftigten gleichermaßen lohnen. Und nur mit alters- und alternsgerechten Arbeitsbedingungen können die Menschen gesund bis zum Renteneintrittsalter arbeiten. Realität ist aber, dass die psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz zunehmen. Dazu habe ich einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Ein eindeutiges Warnsignal ist die frappante Zunahme psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Nach Angaben der Krankenversicherungen sind die Krankheitstage aufgrund arbeitsbedingter psychischer Gefährdungen binnen eines Jahres um 13,5 Prozent angestiegen. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen mit zurzeit 37 Prozent die Hauptursache für Frühverrentung.

Verantwortlich sind hierfür in nicht geringem Maße die Arbeitsbedingungen. Die Arbeitsintensität ist in den vergangenen Jahren nachweislich angestiegen, gleichzeitig haben sich die Arbeitszeiten wieder verlängert. Flexible, nicht planbare Arbeitszeiten sowie Schicht- und Nachtarbeit nehmen zu und immer mehr Menschen arbeiten auch am Wochenende. Verantwortlich für Stress, Verunsicherung und die Entwertung des eigenen Arbeitsvermögens sind häufig auch atypische und prekäre Beschäftigungsverhältnisse.

In Deutschland existieren zwar Arbeitsschutzgesetze, aber es besteht ein Umsetzungsdefizit auf betrieblicher und gesetzgeberischer Ebene. So fehlt etwa eine Anti-Stress-Verordnung zum Schutz vor psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz. Außerdem fehlen in vielen Betrieben Gefährdungsbeurteilungen, die aufzeigen, welche gesundheitlichen Belastungen auftreten und wie sie vermieden werden können. Die Gefährdungsbeurteilungen müssen zukünftig verbindlich durchgeführt werden und zwar altersbezogen. Und zusätzlich braucht der Arbeitsschutz auch eine Geschlechterperspektive.

Zum Schutz der Beschäftigten, aber auch mit Blick auf den demografischen Wandel und den drohenden Fachkräftemangel sind die Minderung von psychischen Gefährdungen und die Ausgestaltung alters- und alternsgerechter Arbeitsbedingungen das Gebot der Stunde.


1. Rede (25.10.2012)

2. Rede (21.03.2013)

3. Rede (27.06.2013)

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