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30.03.2016

Die Grüne Zeitpolitik – alles unter einen Hut

Grüne Zeitpolitik

Das Leben macht Tempo. Viele Menschen sind gehetzt – das ist für viele Alltag. Das Leben hat sich verändert. Das Leben hat sich beschleunig und verdichtet – beruflich wie privat. Immer erreichbar sein zu müssen, gehört inzwischen zum Alltag vieler Beschäftigten. Sie wollen und müssen sich aber auch um andere kümmern, um ihre Kinder, alt gewordene Eltern oder Nachbarn, um in Deutschland Schutz suchende Menschen. Sie alle spüren diesen Zeitdruck. Die Vorschläge der grünen Bundestagsfraktion sollen ihnen dabei helfen, alles gut unter einen Hut zu bringen.

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Veränderungen in einem Bereich erfordern Flexibilität im anderen. Wir brauchen eine Balance zwischen den verschiedenen Bereichen des Lebens. Viele sind mit ihrem Arbeitszeitumfang unzufrieden. Vollzeiterwerbstätige Väter und Mütter wünschen sich eher kürzere Arbeitszeiten, viele bislang Teilzeit arbeitende Frauen hingegen wollen ihre Erwerbstätigkeit ausweiten. Andere brauchen einfach nur mehr Zeitsouveränität im Arbeitsalltag.

Das Leben ist ein Puzzle aus unterschiedlichen Bereichen – der Job, unentgeltliche Arbeit, die Familie, die Partnerschaft, der Haushalt, die Freundinnen und Freunde, das gesellschaftliche Engagement, die Hobbies. Erwerbsarbeit sollte so gestaltet werden können, dass Zeit für alle Bereiche bleibt. Denn das Leben ist bunt. Und das Leben verändert sich über die Jahre. Der Lehrling hat andere Bedürfnisse als der Vater von zwei kleinen Kindern. Wir wollen deshalb die Arbeitszeit beweglicher machen. Die grüne Zeitpolitik soll helfen, dass Arbeit besser ins eigene Leben passt.

„Mitbestimmt und passgenau arbeiten“ – das war mein Part an der grünen Zeitpolitik. Beschäftigte sollen die Möglichkeit bekommen, die Lage ihrer Arbeitszeit und die Nutzung von Home Office mitzugestalten. So können sie mehr Einfluss auf ihre Arbeitszeit nehmen. Betriebsräte bekommen zudem die Möglichkeit, eine Betriebsvereinbarung zu Vereinbarkeitsfragen und für mehr Zeitsouveränität von der Geschäftsführung zu verlangen, damit passgenaue Lösungen für das jeweilige Unternehmen gefunden werden können. Wenn durch Vertrauensarbeitszeit die Arbeit entgrenzt und Mehrarbeit entsteht, dann soll der Betriebsrat zukünftig über die Menge der Arbeit mitbestimmen können.

Wichtig war mir auch „Zeitsouveränität in besonderen Arbeitsformen ermöglichen“. Denn es ist notwendig, auch die Arbeitsformen in den Blick zu nehmen, die den Beschäftigten besonders wenig Zeitsouveränität ermöglichen – also Schichtarbeit und Arbeit auf Abruf. Wir wollen die Rechte der Beschäftigten in diesen Arbeitsformen gesetzlich stärken, damit auch sie mehr Spielräume in ihrer Zeitgestaltung erhalten.