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06.04.2012

Technischen Fortschritt mit Anti-Stress-Verordnung zukunftsfähig machen

Auch die vermehrte Nutzung von Smartphones & Co. im Arbeitsleben braucht eine Antwort. Die ständige Erreichbarkeit der Beschäftigten führt dazu, dass die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit zusehends verschwimmt. Der höheren Effizienz und Arbeitsproduktivität stehen zusätzlicher Druck, Überstunden und Überlastungen der Beschäftigten gegenüber. Wir brauchen eine Anti-Stress-Verordnung.

Anlässlich der aktuellsten Ergebnisse des Kelly Global Workforce Index zur Nutzung mobiler Endgeräte in der Arbeitswelt erklärt Beate Müller-Gemmeke, Sprecherin für Arbeitnehmerrechte:

„Augen zu und durch“ – diese Vorgehensweise der Bundesarbeitsministerin reicht heute bei den steigenden psychischen Gefährdungen am Arbeitsplatz nicht mehr aus. Das zeigen erneut die aktuellen Ergebnisse des Kelly Global Workforce Index. Die vermehrte Nutzung von Smartphones & Co. im Arbeitsleben braucht eine Antwort. Mobile Endgeräte werden zunehmend auch als Arbeitsinstrumente genutzt. Die ständige Erreichbarkeit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führt dazu, dass die Grenze zwischen Arbeitszeit und Freizeit zusehends verschwimmt. Neben den positiven Effekten, die die Nutzung dieser Geräte mit sich bringt, müssen aber insbesondere die negativen Folgen im Blick behalten werden. Der höheren Effizienz und Arbeitsproduktivität stehen zusätzlicher Druck, Überstunden und Überlastungen der Beschäftigten gegenüber.

Die viel beschworene Work-Life-Balance muss gewahrt bleiben. Einer Anti-Stressverordnung, die das psychische Gefährdungspotenzial technischer Entwicklungen am Arbeitsplatz aufgreift und Handwerkszeuge entwickelt, um psychische Erkrankungen zu verhüten, kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die Zeiten ändern sich und mit ihnen die Arbeitsbedingungen. Darum muss die Arbeitsministerin endlich tätig werden und einen Prozess aller Beteiligten beim Arbeitsschutz hin zu einer Anti-Stress-Verordnung in Gang setzen.

Wer den Schutz vor psychischen Belastungen als Angriff auf die Unternehmen und deren Leistungsfähigkeit und Kundenorientierung wertet, ist auf dem Holzweg. Im Gegenteil: Eine Anti-Stressverordnung trägt dazu bei, die Nutzung von Smartphones, Tablets & Co. zukunftsfähig zu machen, weil sie dafür sorgt, dass der technische Fortschritt die Beschäftigten nicht überfordert. Die Ausgestaltung von alters- und alternsgerechten Arbeitsbedingungen muss gerade in einer älter werdenden Gesellschaft zur Selbstverständlichkeit werden. Das ist für die Betriebe ökonomisch sinnvoll und das wird insbesondere den Beschäftigten gerecht, denn sie müssen gesund bis zur Renten arbeiten können.

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  1. Beate Müller-Gemmeke
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