Das ist nicht einfach Sommer

In Baden-Württemberg wird es wieder sehr heiß. Auch in vielen anderen Regionen Deutschlands leiden Menschen und Natur unter Hitze und Trockenheit. Wir brauchen besseren Schutz vor den Folgen – und endlich einen konsequenten Klimaschutz.

Die Katze liegt den ganzen Tag lang ausgestreckt da und bewegt sich kaum. Auf der Wiese reißt der ausgetrocknete Boden tief auf. Zwei Bilder aus dem Alltag, die zeigen, wie sehr die Hitze inzwischen unser Leben und unsere Umwelt prägt.

Wenn der Boden reißt, ist das kein normaler Sommer mehr. Hitzeperioden werden häufiger und belasten Menschen und Natur immer stärker. Ausgetrocknete Böden, niedrige Wasserstände und sinkende Grundwasserstände sind Warnsignale. Pflanzen und Bäume geraten unter Stress. Und wenn endlich Regen fällt, kann der trockene Boden das Wasser nicht ausreichend aufnehmen.

Extreme Hitze ist außerdem eine ernste Gefahr für die Gesundheit. Besonders betroffen sind ältere und kranke Menschen, Kinder und Wohnungslose. Aber auch alle, die draußen oder in aufgeheizten Räumen arbeiten müssen.

Wir brauchen endlich besseren Schutz vor dieser Hitze

Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Gesundheitszentren müssen hitzefest umgebaut und begrünt werden – zum Schutz aller, die dort leben, behandelt werden oder arbeiten. Dafür braucht es ein Investitionsprogramm für natürliche, bauliche und technische Klimaanpassung.

Kitas, Schulen und Spielplätze brauchen mehr Bäume, Schatten und Sonnensegel. Kinder dürfen nicht auf Schulhöfen und Spielplätzen stehen, die sich in der Sonne immer weiter aufheizen.

Wohnungslose Menschen brauchen ausreichend Trinkwasser, kühle Rückzugsorte und mobile Hilfeteams, die Wasser verteilen, Erste Hilfe leisten und gefährdete Menschen gezielt aufsuchen.

Wer draußen arbeitet, braucht verlässliche Schutzregeln, ausreichend Pausen, Schatten und Wasser. Das gilt ebenso für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei. Für ihre Einsätze bei extremer Hitze müssen passende Schutzkonzepte, Erholungszeiten und geeignete Ausrüstung selbstverständlich sein.

Gerade Saisonbeschäftigte und Menschen in unsicheren Arbeitsverhältnissen dürfen beim Hitzeschutz nicht allein gelassen werden. Ihre Rechte gelten nicht nur auf dem Papier. Sie müssen kontrolliert und durchgesetzt werden.

Hitzeschutz ist öffentliche Daseinsvorsorge und guter Arbeitsschutz. Bund, Länder und Kommunen müssen jetzt investieren, bevor die nächste Hitzewelle noch mehr Menschen gefährdet.

Aber Hitzeschutz bekämpft nur die Folgen. Hitzeschutz allein reicht nicht. Die Merz-Regierung darf die Klimakrise nicht länger kleinreden. Sie muss Klimaschutz endlich konsequent umsetzen.