Selbstbedienung und Filz – die AfD und ihre Netzwerke

Die AfD – vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft – inszeniert sich als Anti-System-Partei. Dabei ist es die AfD selbst, die Mandate und Fraktionsmittel nutzt, um ein parteiinternes Versorgungsgeflecht aufzubauen. Während sie lautstark gegen „Filz“ hetzt, organisiert sie ihn systematisch – mit Steuergeld.

Seit Wochen berichten bundesweite Medien über personelle Verflechtungen rund um AfD-Mandate. Es geht um familiäre Nähe, enge Vertraute, Über-Kreuz-Beschäftigungen. Sachsen-Anhalt ist kein Einzelfall. Auch aus anderen Landesverbänden werden vergleichbare Strukturen bekannt – unter anderem aus Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz. Das Bild verdichtet sich: Es geht nicht um Ausrutscher, sondern um ein System. Parlamente prüfen. Erstattungen werden gestoppt. Parteiintern laufen Verfahren.

Die AfD verteidigt sich mit dem Hinweis, vieles sei „legal“. Doch wer politische Verantwortung trägt, schließt Grauzonen – statt sie für eigene Netzwerke auszunutzen.

Die Recherchen zeigen ein klares Muster: Öffentliche Mittel, die für parlamentarische Arbeit gedacht sind, werden auch zum Ausbau parteiinterner Netzwerke eingesetzt. Nähe wird abgesichert. Loyalität wird belohnt. Kritik wird – reflexhaft – als „Kampagne“ diskreditiert.

Die AfD lebt von Empörung über angebliche „Systemparteien“.
Tatsächlich ist es die AfD selbst, die ein eigenes System der Loyalitäten aufgebaut hat.

Mandate sind kein Beutestück.
Steuergeld ist keine Parteireserve.

Die AfD nutzt politische Macht zum Ausbau eigener Netzwerke.
Das ist Machtmissbrauch.
Das ist Selbstbedienung mit Steuergeld.