Rassismus löst keinen Fachkräftemangel – er verschärft ihn

In Sachsen-Anhalt fehlen in vielen Bereichen schon heute Beschäftigte. Besonders deutlich ist das im Gesundheitsbereich. Gleichzeitig tragen Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit längst dazu bei, dass Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste überhaupt noch funktionieren. Und was bietet die AfD als Antwort?

Sie spricht von „kulturfremden Fachkräften“, deren Zuwanderung sie vermeiden will. Sie spricht von „niedrigproduktiven Zuwanderern“. Sie will die Willkommens- und Anerkennungskultur abschaffen und der sogenannten „Asyl- und Integrationsindustrie“ den „Geldhahn zudrehen“. Gleichzeitig setzt sie darauf, Engpässe auf dem Arbeitsmarkt mit Technisierung, Digitalisierung und KI zu lösen.

Das ist keine Lösung für den Fachkräftemangel. Das ist ideologische Ausgrenzung mit absehbaren Folgen für den Arbeitsmarkt.

Wer Zuwanderung und Integration erschwert, verschärft Personalengpässe. Wer gesellschaftliche Anerkennung verweigert, macht Sachsen-Anhalt für Beschäftigte aus anderen Ländern unattraktiver. Und wer Menschen mit unsicherem Aufenthaltsstatus zusätzlich unter Druck setzt, schwächt ihre Position im Arbeitsleben. Das schafft Abhängigkeit und erleichtert Ausbeutung – durch niedrige Löhne und miese Arbeitsbedingungen.

Für GewerkschaftsGrün ist deshalb klar: Gute Arbeit gilt für alle.

Beschäftigte dürfen nicht nach Herkunft, Pass oder angeblicher kultureller Zugehörigkeit gegeneinander ausgespielt werden. Wer hier arbeitet, braucht gleiche Rechte, faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und Schutz vor Diskriminierung und Ausbeutung.

Und es geht um mehr als Arbeitsmarktpolitik.

Es geht um Menschenwürde. Pflegekräfte, Ärzt:innen und Erzieher:innen sind keine „niedrigproduktiven Zuwanderer“, sondern Kolleg:innen. Sie haben denselben Anspruch auf Respekt, Rechte und Würde wie alle anderen.

Gerade im Gesundheitsbereich zeigt sich, wie absurd diese Politik ist. Die AfD behauptet, die Anwerbung „kulturfremder Fachkräfte“ könne im Gesundheits- und Pflegebereich das Wohl der Patient:innen gefährden. Gleichzeitig arbeiten zugewanderte Beschäftigte längst in medizinischen, pflegerischen und sozialen Berufen und helfen dort, Arbeits- und Fachkräftelücken zu schließen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb:

Wer soll eigentlich pflegen, behandeln und betreuen, wenn die AfD diejenigen ausgrenzt, die wir dringend brauchen und die längst mitarbeiten?

Unsere Antwort ist eine andere: Wir brauchen mehr Beschäftigte, bessere Arbeitsbedingungen, höhere Tarifbindung, gute Ausbildung und Weiterbildung, schnellere Anerkennung von Qualifikationen und eine echte Willkommens- und Anerkennungskultur.

Denn Fachkräftemangel bekämpft man nicht mit Ausgrenzung.

Und eine Gesellschaft hält man nicht zusammen, indem Menschen nach Herkunft sortiert und gegeneinander ausgespielt werden.

Gute Arbeit braucht Solidarität. Gute Versorgung braucht Beschäftigte. Und Demokratie braucht die gleiche Würde für alle.