15 Jahre Faire Mobilität – Gute Arbeit kennt keine Grenzen!

15 Jahre Faire Mobilität! Ein guter Grund zum Feiern. Es hat mich sehr gefreut, dass ich bei der  Jubiläumsveranstaltung in Berlin dabei sein durfte. Denn dieses wichtige Beratungsangebot des Deutschen Gewerkschaftsbundes habe ich während meiner Zeit im Bundestag immer unterstützt und politisch begleitet.

Wer in Deutschland arbeitet, muss auch seine Rechte kennen und durchsetzen können. Ganz egal, woher jemand kommt. Was selbstverständlich klingt, ist für viele Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa leider noch immer keine Realität. Vorenthaltene Löhne, überlange Arbeitszeiten, schlechte Unterkünfte oder die Abhängigkeit von Arbeitgebern machen es vielen schwer, sich gegen Ausbeutung zu wehren. Besonders dann, wenn Sprachkenntnisse fehlen und die eigenen Rechte nicht bekannt sind.

Genau hier setzt Faire Mobilität an. Seit 2011 informiert, berät und unterstützt das DGB-Beratungsnetzwerk Beschäftigte aus Mittel- und Osteuropa in ihrer Herkunftssprache. Was damals als Projekt begann, ist heute ein bundesweites Netzwerk mit zwölf Beratungsstandorten. Allein 2025 konnten mehr als 38.000 Menschen informiert und beraten werden. Eine beeindruckende Entwicklung!

Bei der Jubiläumsfeier ging es um Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Spannend war der Rückblick auf die Entstehung und den Aufbau von Faire Mobilität. Besonders wichtig fand ich die Berichte der Berater:innen auf dem Podium. Sie kennen die Probleme aus ihrer täglichen Arbeit und wissen, wie schwierig es für Beschäftigte sein kann, ihre Rechte tatsächlich durchzusetzen. Hier wird ganz konkrete Unterstützung geleistet. Und hinter jedem Beratungsfall steht ein Mensch, dem geholfen werden kann.

Mit dabei waren auch Anja Piel aus dem Geschäftsführenden Bundesvorstand des DGB, Berlins Staatssekretärin für Arbeit und Gleichstellung Micha Klapp sowie Dominique John, der Faire Mobilität leitet.

Ganz besonders gefreut habe ich mich über das Wiedersehen mit Annelie Buntenbach. Als damaliges Mitglied des DGB-Bundesvorstands hat sie Faire Mobilität maßgeblich mit aufgebaut. Sie hat früh erkannt, wie wichtig gewerkschaftsnahe Beratung für Beschäftigte ist, die aus anderen europäischen Ländern zu uns kommen. Und sie engagiert sich bis heute für dieses Anliegen.

Der Blick in die Zukunft führte nach Europa. Faire Mobilität soll europäischer werden. Denn Arbeitsmigration endet nicht an nationalen Grenzen. Beschäftigte werden über Ländergrenzen hinweg angeworben, entsandt und beschäftigt. Deshalb müssen auch Beratung und Unterstützung grenzüberschreitend funktionieren.

Der DGB und das Europäische Unterstützungsnetzwerk für Faire Mobilität setzen sich dafür ein, dass in ganz Europa dauerhaft finanzierte, gewerkschaftsnahe Beratungsstellen entstehen und miteinander vernetzt werden. Ein wichtiger und richtiger Schritt! Wer innerhalb Europas arbeitet, muss überall seine Rechte durchsetzen können.

Für mich ist Faire Mobilität eine echte gewerkschaftliche Erfolgsgeschichte. Das Projekt hilft nicht nur einzelnen Beschäftigten, sondern wirkt auch gegen Lohn- und Sozialdumping. Davon profitieren letztlich alle.

Herzlichen Glückwunsch zu 15 Jahren Faire Mobilität! Und ein großes Dankeschön an alle, die dieses Netzwerk aufgebaut haben und heute mit so viel Engagement weiterentwickeln. Ich wünsche euch viel Erfolg für die nächsten Schritte, besonders auf europäischer Ebene!

Weitere Informationen: www.faire-mobilitaet.de