Pressefreiheit verteidigen heißt Demokratie verteidigen

Pressefreiheit bedeutet, dass Medien frei berichten können – ohne Zensur, ohne staatliche Kontrolle. Sie ist ein Grundpfeiler unserer Demokratie, weil sie Macht überprüfbar macht und Missstände sichtbar werden lässt. Doch genau diese Freiheit gerät unter Druck. Und genau deshalb ist die AfD eine Gefahr für beides: für die Pressefreiheit und für die Demokratie.

Pressefreiheit wirkt oft selbstverständlich. Sie ist im Grundgesetz verankert, sie gehört zum demokratischen Alltag. Aber sie ist kein Selbstläufer. Sie lebt davon, dass Journalist:innen recherchieren können, Zugang zu Informationen haben und ohne Druck berichten können. Sie lebt davon, dass Kritik möglich ist – auch unbequem, auch hart.

Diese Funktion ist zentral: Medien schaffen Öffentlichkeit. Sie machen sichtbar, was sonst verborgen bleibt. Sie prüfen politische Entscheidungen, decken Missstände auf und ermöglichen überhaupt erst eine informierte Meinungsbildung. Ohne diese Arbeit gibt es keine echte Kontrolle von Macht. Demokratie verliert ihren Kern.

Doch genau diese Rolle wird von der AfD gezielt angegriffen. Und das lässt sich konkret belegen: Journalist:innen werden von Veranstaltungen ausgeschlossen, kritische Recherchen – etwa von Correctiv – werden diffamiert, Medien pauschal als „Lügenpresse“ diskreditiert. Hinzu kommen Druck, Drohungen und Angriffe auf Reporter:innen, die über rechtsextreme Netzwerke und Positionen berichten.

Das sind keine Einzelfälle. Das ist ein Muster.

Es geht darum, Vertrauen in unabhängige Medien zu zerstören. Kritik unglaubwürdig zu machen. Und die eigene Erzählung als einzig gültige Darstellung zu etablieren. Wer so agiert, will keine offene Debatte – sondern Deutungshoheit ohne Widerspruch.

Genau hier liegt die Gefahr für die Demokratie. Denn wenn Medien ihre Funktion verlieren oder gezielt geschwächt werden, fehlt die Kontrolle. Fakten werden relativiert, Debatten verschieben sich, Verantwortung wird schwerer einforderbar. Demokratie wird nicht auf einmal abgeschafft – sie wird Schritt für Schritt ausgehöhlt.

Die AfD greift die Pressefreiheit nicht zufällig an. Sie stellt sie infrage, weil sie für demokratische Kontrolle steht. Und genau das macht sie zu einem zentralen Ziel.

Deshalb reicht es nicht, Pressefreiheit abstrakt zu bejahen. Sie muss konkret verteidigt werden – gegen Einschüchterung, gegen Diffamierung, gegen jede Form der Delegitimierung unabhängiger Medien.

Darauf braucht es eine klare Antwort.
→ Pressefreiheit verteidigen heißt Demokratie verteidigen.

Quellen

  1. Ausschluss und Behinderung von Journalist:innen – WDR Monitor (23.11.2023
  2. Angriffe auf Correctiv nach Recherche netzpolitik.org (18.01.2024)
  3. „Lügenpresse“-Rhetorik und Strategie gegen Medien Amadeu Antonio Stiftung (22.10.2024)
  4. Pressefreiheit in Deutschland 2026: Herausforderungen und Bedeutung FHM. (11. April 2026)
  5. Hass und Angriffe sind Alltag. Aber sie halten uns nicht auf. Correctiv (2026)