25 Euro weniger für arme Kinder: Das ist soziale Kälte

Die Merz-Regierung will den Sofortzuschlag von 25 Euro im Monat für von Armut betroffene Kinder und junge Menschen streichen. Offiziell geht es um Haushaltskonsolidierung, tatsächlich wird bei Kindern gekürzt, die ohnehin zu wenig haben. Das ist nicht christlich und auch nicht sozial. 

25 Euro bei armen Kindern streichen? Genau das plant die Merz-Regierung. Der Sofortzuschlag wurde eingeführt, um Kinder und junge Menschen in Armut zu unterstützen, bis eine Kindergrundsicherung kommt. Jetzt soll er wegfallen. Betroffen wären rund 2,9 Millionen Kinder und Jugendliche.

Dieser Zuschlag ist kein Luxus. Er geht an Familien mit wenig Einkommen, beim Kinderzuschlag ebenso wie beim Bezug von Grundsicherung oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Es geht um Kinder, deren Alltag ohnehin von Verzicht geprägt ist.

25 Euro entscheiden nicht über Wohlstand. Aber sie können darüber entscheiden, ob am Monatsende noch etwas Luft bleibt. Für Schuhe. Für den Eigenanteil bei der Klassenfahrt. Für den Sportverein. Für Musikschule, Kindergeburtstag oder ein bisschen mehr Normalität im Alltag.

Die Begründung der Regierung lautet: Haushaltskonsolidierung. Die Einsparung beträgt rund 450 Millionen Euro im Jahr. Im Bundeshaushalt 2027 sind Ausgaben von 555,4 Milliarden Euro vorgesehen.

Das ist kein Sachzwang. Das ist eine politische Entscheidung.

Statt sehr hohe Einkommen und große Vermögen stärker heranzuziehen oder klimaschädliche Subventionen abzubauen, kürzt diese Regierung bei Kindern, die ohnehin zu wenig haben. Sie nennt das Sparen. Ich nenne es zynisch.

Kinderarmut ist kein Randproblem. Nach amtlichen Zahlen waren 2024 gut 2,2 Millionen Kinder und Jugendliche armutsgefährdet, die Quote ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Andere Untersuchungen und Verbände sprechen seit Jahren davon, dass etwa jedes fünfte Kind in Deutschland in Armut aufwächst.

Armut nimmt Kindern nicht nur Geld. Sie nimmt Chancen. Sie belastet Wohnen, Gesundheit, Bildung, Selbstvertrauen und Teilhabe. Wer hier kürzt, verschärft nicht nur finanzielle Not. Er verschärft Ungleichheit von Anfang an.

Diese Regierung streicht nicht irgendwas. Sie nimmt armen Kindern den kleinen Spielraum, der im Alltag über Teilhabe entscheidet.

Das ist kein Sparen. Das ist die bewusste Entscheidung, Kinderarmut hinzunehmen und weiter zu verschärfen. Eine Regierung, die so handelt, kann sich nicht glaubwürdig christlich oder sozial nennen.