Internationaler Frauentag: Rechte verteidigen – Gleichstellung voranbringen

Der Internationale Frauentag ist für mich immer ein Tag voller Begegnungen, Diskussionen und klarer Botschaften. Bei der ver.di-Kundgebung, beim Frauenfrühstück von FERDA und bei unserer grünen Veranstaltung „Gleichberechtigt. Gleich bezahlt.“ ging es um die gleichen Fragen: Wie erreichen wir endlich echte Gleichstellung?

Der Internationale Frauentag ist für mich jedes Jahr ein besonderer Tag. Ein Tag, an dem Frauen sichtbar werden, laut werden und gemeinsam für ihre Rechte eintreten.

In diesem Jahr habe ich gleich mehrere Veranstaltungen besucht. Am Samstag war ich bei der Kundgebung von ver.di zum Internationalen Frauentag. Viele engagierte Frauen, klare Worte, viel Solidarität – die Stimmung war kraftvoll und entschlossen. Am Sonntag war ich beim Frauenfrühstück von FERDA. Dort standen Austausch und persönliche Gespräche im Mittelpunkt. Gerade diese Begegnungen zeigen immer wieder: Gleichstellung ist kein abstraktes Thema – sie betrifft den Alltag vieler Frauen.

Wir hatten auch eine eigene grüne Veranstaltung unter dem Titel „Gleichberechtigt. Gleich bezahlt.“ Dabei ging es um zentrale Fragen der Frauenpolitik – von Gewalt über faire Bezahlung bis hin zu politischer Teilhabe.

Ein Thema habe ich dabei bewusst besonders hervorgehoben: Gewalt gegen Frauen. Die Zahlen sind erschütternd. In Deutschland erlebt alle zwei Minuten eine Frau häusliche Gewalt. Fast jeden Tag wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen – sie ist ein strukturelles Problem unserer Gesellschaft.

Und Gewalt gibt es nicht nur im privaten Raum. Sie findet auch im digitalen Raum statt. Frauen, die sich politisch äußern, erleben Hass, Beleidigungen und Drohungen im Netz. Viele ziehen sich zurück, weil die Angriffe massiv sind. Genau das ist das Ziel solcher Kampagnen: Frauen einschüchtern und sie aus der Öffentlichkeit drängen.

Dem dürfen wir nicht nachgeben. Frauen brauchen Schutz, Solidarität und eine klare öffentliche Haltung. Sicherheit ist ein Grundrecht – für jede Frau.

Gleichzeitig bleibt auch die wirtschaftliche Gleichstellung eine große Baustelle. Frauen verdienen in Deutschland im Durchschnitt weiterhin deutlich weniger als Männer. Der Gender-Pay-Gap liegt bei rund 16 Prozent. Und selbst der sogenannte „bereinigte“ Unterschied zeigt: Diskriminierung ist weiterhin Realität.

Die Folgen sind gravierend. Weniger Lohn bedeutet weniger finanzielle Unabhängigkeit – und später auch weniger Rente. Die Rentenlücke zwischen Männern und Frauen liegt inzwischen bei fast 37 Prozent. Deshalb brauchen wir konkrete politische Schritte:
→ mehr Transparenz bei Gehältern
→ stärkere Tarifbindung und höhere Mindestlöhne
→ bessere Kinderbetreuung und Unterstützung bei Pflege
→ mehr Zeitsouveränität bei der Arbeit.

Denn viele Frauen arbeiten Teilzeit – nicht aus „Lifestyle-Gründen“, sondern weil sie Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder Familie organisieren.

Ein weiterer Punkt ist die politische Teilhabe. Frauen sind in den Parlamenten weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Dabei braucht eine lebendige Demokratie die Perspektiven und Erfahrungen von Frauen.

Gleichzeitig erleben wir, dass Gleichstellung zunehmend angegriffen wird. Rechtsextreme Kräfte stellen Frauenrechte offen infrage und wollen tradierte Rollenbilder wieder festschreiben. Das zeigt: Gleichstellung ist kein Selbstläufer.

Der Internationale Frauentag erinnert uns deshalb jedes Jahr daran, worum es geht:
Frauenrechte wurden erkämpft – über viele Jahrzehnte. Und genau deshalb müssen wir sie verteidigen, ausbauen und weiter voranbringen. Denn echte Gleichberechtigung ist noch lange nicht erreicht.