Ein Abend, der nachwirkt – und zeigt, was 2026 fehlt
Ich hatte mit Interesse gerechnet – aber nicht mit einem so vollen Kino. Der Abend im Luna Metzingen hat mich wirklich gefreut: viele Menschen, kluge Fragen, aufmerksames Zuhören, viel Gesprächsbedarf. Der Film traf die Stimmung rund um die Bundestagswahl – und machte deutlich, dass jetzt eine grüne – eine progressive, sozial-ökologische Politik dringend notwendig wäre.
Das Luna war gut gefüllt, die Atmosphäre dicht und aufmerksam. Schon das allein war ein starkes Zeichen: Das Bedürfnis, Politik jenseits von Schlagzeilen zu erleben und darüber zu sprechen, ist groß. Der Film JETZT. WOHIN. Meine Reise mit Robert Habeck hat dieses Bedürfnis aufgenommen – ruhig, nah dran, ohne Effekthascherei.
Der Film zeigt Politik aus der Nähe: Wahlkampf, Bundestag, Zweifel, Druck, Verantwortung. Und er macht klar: Es geht nicht nur um einzelne Entscheidungen oder Personen. Es geht um das Funktionieren unserer Demokratie. Und um die grundsätzliche Frage, welchen politischen Kurs wir einschlagen – einen nach vorne gerichteten, sozial-ökologischen oder einen rückwärtsgewandten. Es geht um Machtfragen, um den Umgang mit Konflikten und darum, wie schnell demokratische Grenzen verschoben werden können.
Besonders eine Szene ging mir unter die Haut: die Abstimmung der Union gemeinsam mit der AfD. Ein Moment, bei dem ich dachte – das kann nicht sein. Und doch ist es passiert. Spätestens hier wurde deutlich, wie riskant eine Politik ist, die auf Abgrenzung verzichtet und keine klare Haltung zeigt. Und wie sehr 2026 eine progressive Alternative fehlt, wie sie Robert Habeck und wir Grünen vertreten. Der Film beschönigt diesen Moment nicht – und zwingt zum Hinschauen.
Nach dem Film haben Lisa und Marco uns – Cindy Holmberg und mich – eine Weile interviewt, bevor sich das Gespräch ins Publikum öffneten. Der Austausch war offen, konzentriert und intensiv. Es ging um Machtpolitik und um Medienlogiken, die oft mehr auf Klicks als auf Einordnung setzen. Um Streit, Skandale und Empörung als Geschäftsmodell. Um Fake News und die aggressive Stimmungsmache in sozialen Netzwerken.
Zugleich ging es um das, worum Politik eigentlich gehen sollte: Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die Verteidigung demokratischer Grundwerte. Genau das, wofür progressive, sozial-ökologische Politik steht – und was wir im Landtagswahlkampf wieder stärker aufnehmen müssen. Die Erfahrungen aus dem Bundestagswahlkampf gehören ins Heute: im Netz präsenter sein, klarer widersprechen, schneller reagieren. Demokratie verteidigt sich nicht von selbst – sie braucht Haltung, Sichtbarkeit und Durchsetzungsfähigkeit.
Für mich war dieser Abend mehr als ein Kinoabend. Er war eine Erinnerung daran, dass Demokratie kein Selbstläufer ist. Sie braucht Menschen, die hinschauen. Die widersprechen, wenn Grenzen überschritten werden. Die laut werden, wenn demokratische Regeln relativiert werden. Und die sich einmischen – nicht aus Empörung, sondern aus Verantwortung.
Dieser Film macht genau das deutlich. Und deshalb wirkt er nach.
Danke an alle, die da waren. Und danke an Lisa, Marco und das Luna Metzingen für diesen besonderen Abend.







