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27.07.2019

Albtour 2019 - Tag 4

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Am vierten Tag meiner Albtour besuchten wir die neuen Manufakturen, die sich im Albgut von Franz Tress, auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Münsingen, ansiedeln. Im Wollwerk soll es auf der Alb wieder Wollproduktion geben. Bei Emma’s Springerle bewunderten wir wunderschöne Springerle-Model. Einige Häuser weiter wird ein ehemaliges Truppenwohngebäude zum Ort für Kunst und Kultur. Unser Weg führte uns weiter zum Familienbetrieb Hoeschele, wo gestrickt wird. Zum Abschluss gab es noch Essig und Öl. Und am Abend zog es uns dann auf das Stadtfest von Münsingen.

Im Schwabenland, da wird geschafft. Und das passiert seit alters her in Manufakturen. Wie das auch in heutigen Zeiten noch funktionieren kann, konnten wir heute erkunden. Denn im Albgut, dem Alten Lager der früheren Garnisonen, die hier stationiert waren, wird sich bald Manufaktur an Manufaktur reihen. Einige von ihnen sind heute schon da. Etwa das Wollwerk von Christine Bischoff. Sie nimmt nur kleine Mengen Wolle von Hobby-Schäfern, die 5 bis 20 Schafe halten. Gewaschen wird die Wolle bisher oft noch im Bottich im Garten. In ihren Räumen findet sich neben farbenfroher Schafwolle von der Alb auch eine alte Kartiermaschine, mit der sie die saubere rohe Wolle kartiert, das heißt, die Wollfasern werden durch viele winzige Häkchen von Strohresten gereinigt, in die Länge gezogen und richten sich so in eine Richtung aus. Das so entstandene Wollvlies wird dann auf alten Spinnrädern gesponnen. Da kommen Erinnerungen in mir hoch. Ende der 70er Jahre hatte ich nämlich auch mal ein Spinnrad.

Einige Mannschaftsquartiere weiter treffen wir auf Michaela Schwarz und ihre Springerle-Manufaktur. Springerle sind ein Bildgebäck aus fein gewürztem Biskuitteig, das sie ab September hier backen wird. Denn am 14. und 15. September ist bei ihr Tag der offenen Tür. Dann eröffnet sie ihre Manufaktur. Das Gebäck wird vor allem auf großen Weihnachtsmärkten in der Umgebung verkauft. Springerle sind aber auch die Formen, mit denen die Kekse gebacken werden. Und diese kleinen Kunstwerke aus Kunstharz vertreibt Emma’s Springerle auch. Bisher bezieht Schwarz die Model hauptsächlich aus der Schweiz. Doch sie beginnt auch schon mit eigenen Entwürfen im 3-D-Druck-Verfahren. Einige Firmen sind inzwischen schon auf die Idee gekommen, ihr Logo bei ihr in ein Springerle-Model umzuwandeln. Bei diesen Firmen gibt es demnächst dann Logo-Springerles.

Im Kulturhaus Edith Koschwitz stolperten wir mitten in einen Workshop hinein. Rund zehn Kulturinteressierte machten sich hier Gedanken darüber, welche Zukunft Kultur im ländlichen Raum hat. ReDesign Thinking war da ein Schlagwort. Die Kultur im ländlichen Raum ist wichtig und sollte mehr im Mittelpunkt stehen.

Danach ging es weiter zum nächsten ehemaligen Truppenquartier, dem BT23. Hier haben die Pioniere des Albguts ihre Zelte aufgeschlagen. Seit drei Generationen, seit 1931, produziert die Familie Hoeschele feinste Strickwaren. Als erste eröffneten sie schon im Frühjahr vergangenen Jahres ihre kleine Manufaktur im Alten Lager. Susanne und Andreas Hoeschele erläutern, dass die Sparte Textil immer sehr innovativ sein muss, um mithalten zu können mit der billigen asiatischen Konkurrenz. Hier im Alten Lager setzen die Hoescheles bei ihrer Produktion ganz auf Nachhaltigkeit, Fairness, Tierwohl und einen guten respektvollen Umgang miteinander. Nur schadstofffreie Materialen werden bei ihnen von alten Strickmaschinen verstrickt. Die Wolle ist so fein, dass selbst Allergiker sie gut tragen können.

Zu guter Letzt trafen wir noch auf Essig und Öl, allerdings sind beide Manufakturen noch im Aufbau begriffen. Stephan Pöhler vom Ausemländle baut gerade eine gläserne Produktion von Essig und Senf im Albgut auf. Wenn alles fertig ist, soll die gesamte Produktion vom Ausemländle hier im Alten Lager angesiedelt sein. In einem kleinen Verkaufsraum werden dann neben Essig und Senf auch andere regionale Produkte zu finden sein. Direkt nebenan entsteht die Alb-Öhlmühle, ehemals die Ölmühle Fischer von Berthold Fischer und seiner Familie. In dieser Mühle werden Saaten aus der Schwäbischen Alb zu hochwertigem, naturreinem Leinöl und Leindotteröl. Ab Herbst wird hier Bio-Rapssamen von der Schwäbischen Alb zu Speiseöl verarbeitet.

Der heutige Tag war etwas ruhiger als andere Tourtage. Wir hatten etwas Zeit, um uns zu erholen – und zu feiern. Denn am Abend fand in Münsingen das alljährliche Stadtfest statt. Und da darf ich natürlich nicht fehlen. Trotz Regen hatten wir tolle Gespräche und vor allem viel Spaß.

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