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06.06.2018

Antrag: Beschäftigten mehr Zeitsouveränität ermöglichen

Es wird gerade viel über Arbeitszeit debattiert. Deshalb habe ich diese Woche einen Antrag in den Bundestag eingebracht, der mir ein besonderes Anliegen ist. Ich fordere mehr Zeitsouveränität für die Beschäftigten. Denn Flexibilität ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geschäft auf Gegenseitigkeit. Die Beschäftigten brauchen mehr Gestaltungsspielraum und mehr Freiheit bei der Arbeitszeit. Arbeit muss besser ins Leben passen, denn Arbeitszeit ist Lebenszeit.

Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist im vollen Gange. Gleichzeitig verändern sich die Bedürfnisse der Beschäftigten. Wer Kinder bekommt, will anders arbeiten als Alleinstehende. Wer parallel zum Job noch eine Zusatzausbildung absolviert, braucht nochmals andere Rahmenbedingungen. Frauen wollen nicht weiter in der Teilzeitfalle stecken bleiben und Männer wollen nicht nur Wochenend-Väter sein. Deshalb ist es Zeit für mehr Zeitsouveränität. Beschäftigte sind dann zufriedener, produktiver, weniger gestresst, gesünder und enger an ihren Betrieb gebunden. Wenn Arbeit beweglicher wird und besser ins Leben passt, dann ermöglicht dies insbesondere Frauen in größerem Umfang zu arbeiten, und Paare können ihre Erwerbstätigkeit partnerschaftlicher gestalten.

Um mehr Freiheit bei der Gestaltung der Arbeitszeit zu gewährleisten, bedarf es besserer Mitspracherechte über den Umfang, die Lage und den Ort der Erwerbstätigkeit. Dazu gehört eine flexible Vollzeit zwischen 30 und 40 Wochenstunden und ein echtes Rückkehrrecht auf Vollzeit.

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Mehr Zeitsouveränität ist möglich und dringend erforderlich und davon profitieren am Ende alle – die Beschäftigten und auch die Betriebe.