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08.08.2017

Leiharbeit bleibt auf hohem Niveau

Die Zahl der Leiharbeitskräfte ist wieder angestiegen. Dieser Trend ist besorgniserregend und zeigt, dass das Gesetz der Großen Koalition keineswegs Besserungen gebracht hat. Allein die Unternehmen profitieren, denn Leiharbeitskräfte werden viel schlechter entlohnt. Das ist nicht akzeptabel.

Die Zahl der Leiharbeitskräfte ist weiterhin anhaltend hoch. Das seit Jahren steigende Wirtschaftswachstum hat nicht dazu geführt, dass Leiharbeitskräfte fest angestellt werden. Im Gegenteil, Unternehmen in Deutschland setzen vermehrt auf billige Arbeitskräfte, die sie ganz nach Bedarf  ausleihen und wieder zurückgeben können. Das durchschnittliche Monatseinkommen von sozialversicherungspflichtig Beschäftigten Leiharbeitskräften in Vollzeit lag 2016 bei 1.816 Euro im Vergleich zu 3.133 Euro bei allen sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten. Equal Pay ist das nicht.

Wir brauchen Equal Pay vom ersten Tag an – und eine Flexibilitätsprämie für die Leiharbeitskräfte. Leiharbeit darf nur einen vorübergehenden Charakter haben, um Auftragsspitzen abzufangen. So könnte endlich eine faire Balance zwischen den Flexibilitätsinteressen der Wirtschaft und dem Schutzbedürfnis der Leiharbeitskräfte hergestellt werden.

Dieses Gleichgewicht erreicht das Gesetz, das im April in Kraft getreten ist, nicht. Denn die von Bundesarbeitsministerin Nahles ins Gesetz gegossene Höchstüberlassungsdauer von 18 Monaten und ein Equal Pay ab neun Monaten führen nicht dazu, dass Beschäftigung in der Leiharbeit endlich in reguläre Beschäftigung umgewandelt wird. Nahles sorgt mit ihrem Gesetz nur dafür, dass sich das Personalkarussell mit hunderttausenden von Leiharbeitskräften endlos weiter drehen kann.