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15.11.2012

Podiumsdiskussion „Vodafone-Standort Eschborn: 900 Arbeitsplätze in Gefahr!“

Die Vodafone-Beschäftigten in Eschborn kämpfen um ihre Arbeitsplätze. Deshalb hat der Betriebsratsvorsitzende zu einer Betriebsversammlung in Form einer Podiumsdiskussion eingeladen. Die Diskussion vor und mit den rund 300 Beschäftigten war interessant. Ich bleibe dabei, dass es schlicht um Arbeitsplatzabbau geht und das ist nicht akzeptabel. Zukunftsfähige Geschäftsmodelle sehen anders aus.

Eschborn war 2008 mit der kompletten Übernahme des Festnetzanbieters Arcor zu Vodafone gekommen. Das übernommene Unternehmen hatte damals rund 3700 Beschäftigte und ist aus einer früheren Bahntochter entstanden, so dass die Eisenbahner-Gewerkschaft EVG für die Vertretung der Arbeitnehmer zuständig blieb. Heute sorgt sich der Betriebsrat um den Standort Eschborn. Auf einer Betriebsversammlung kritisierte der Betriebsrat die geplante Verlagerung von rund 350 Arbeitsplätzen in die Düsseldorfer Zentrale. Der Betriebsratschef sieht zudem die Zukunftsfähigkeit der in Hessen verbleibenden rund 500 zentralen Arbeitsplätze in Gefahr, denn das Unternehmenskonzept für die verbleibende Festnetz-Einheit sei nicht schlüssig.

Ich kritisiere diese Pläne, denn die Kolleginnen und Kollegen können nicht einfach so nach Düsseldorf umziehen. Sie haben Familie und leben in einem sozialen Umfeld, das wichtig ist. Für mich sieht das nach gezielten Arbeitsplatzabbau aus. Und das ist für die Beschäftigten nicht akzeptabel. Die Pläne sind aber auch nicht gut für das Unternehmen, denn es geht zu Lasten der Qualität. Eine zukunftsfähige Unternehmensstrategie sieht anders aus.

Die Pläne sind auch nicht nachvollziehbar, weil das Unternehmen derzeit wirtschaftlich gut dasteht. Im vergangenen Geschäftsjahr hat der Gewinn 3,4 Milliarden Euro betragen. Es geht um immer mehr Profit zu Lasten der Beschäftigten. Im Mittelpunkt stehen Zahlen und nicht die Menschen. Und doch wirbt Vodafone: „Wir wollen der beste Kommunikationsanbieter in Deutschland werden. Zur Firmenphilosophie des Unternehmens gehört es, gesellschaftliche Entwicklungen anzustoßen und soziale Verantwortung zu übernehmen.“ Realität ist aber, dass die Beschäftigten immer mehr zur Manövriermasse werden aufgrund von ständigen Umstrukturierungen und zweifelhaften Produktionsverbesserungen. Die Leistung des Einzelnen wird nicht mehr honoriert und das kritisiere ich aufs Schärfste.

Auch Vodafone sollte auf eine gute Sozialpartnerschaft und Mitbestimmung setzen. Der Betriebsrat muss frühzeitig informiert und einbezogen werden. Strategien müssen gemeinsam überlegt werden, denn die Beschäftigten bringen Wissen und Erfahrungen mit. Notwendig ist eine Gesamtstrategie für den Standort. Die Wirtschaftskrise hat doch gezeigt – zusammen geht es besser! In diesem Sinne wünsche ich dem Betriebsrat und den KollegInnen viel Kraft und viel Erfolg bei ihrem Kampf, die Arbeitsplätze in Eschborn zu sichern!

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