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05.09.2018

SWR-Interview zu Wartezeiten bei Facharztterminen

Heute hat mich ein Kamerateam vom SWR besucht. Sie wollten mehr über meine Studie über die Wartezeiten für Termine bei Fachärzten wissen, mit der ich festgestellt habe, dass Kassenpatient_nnen durchschnittlich 24 Tage länger auf einen Termin beim Facharzt oder bei der Fachärztin warten müssen als privat Versicherte. Das kritisiere ich schon lange. Jetzt hat auch Gesundheitsminister Spahn  endlich ein neues Gesetz vorgelegt. Aber das enttäuscht und packt das Problem nicht an der Wurzel. Wir brauchen endlich grundlegende Änderungen. Daher fordern wir Grüne eine Bürgerversicherung.

Gesundheit und gute Medizin darf nicht vom Geldbeutel abhängen. Alle, die medizinische Hilfe benötigen, sollen sie auch bekommen. Und zwar nicht erst nach langem Warten. Daher ist es erst einmal positiv, dass sich das Gesundheitsministerium jetzt endlich dem Problem der erheblichen Wartezeiten gesetzlich Versicherter annimmt. Jahrelang wurde das Problem ignoriert.

Aber das Gesetz springt viel zu kurz. Die Bundesregierung doktert wieder nur an den Symptomen herum, weil sie sich nicht traut, das Problem grundsätzlich zu lösen. Das eigentliche Problem ist die unterschiedliche Vergütung bei gesetzlich und privat Versicherten. Ärztinnen und Ärzte erhalten ein höheres Honorar und können mehr Leistungen abrechnen, wenn sie Privatversicherte behandeln. Dieser Fehlanreiz muss endlich abgeschafft werden.

Deshalb wollen wir eine Bürgerversicherung und für alle Versicherten die gleichen solidarischen Rahmenbedingungen schaffen. Der erste Schritt ist eine gemeinsame Honorarordnung für Ärzte und Ärztinnen. Sie sollen für die gleiche Leistung auch das gleiche Geld bekommen – unabhängig davon wen sie behandeln. Das nimmt den Anreiz bestimmte Gruppen bei den Terminen zu bevorzugen. Die Honorarsumme bleibt gleich – sie wird nur anders verteilt – gerechter verteilt.

Mit der grünen Bürgerversicherung schaffen wir mehr Solidarität, stabilere Beiträge und eine gute Gesundheitsversorgung für alle. Starke stehen für Schwächere ein, Gesunde für weniger Gesunde und Junge für Alte. Wir wollen ein Gesundheitssystem das gerecht ist, das alle einbezieht und das allen die medizinische Hilfe gibt, die sie brauchen. Und dann erledigt sich auch das Problem, dass manche länger auf Termine warten müssen als andere!

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