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08.03.2018

Veranstaltungen rund um den Frauentag

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Am Internationalen Frauentag war ich den ganzen Tag unterwegs und überall habe ich tolle engagierte Frauen getroffen. Am Morgen ging es bei FERDA mit dem Internationalen Frauenfrühstück los. Anschließend ging es zum Grünen Infostand auf den Marktplatz, wo ich mit vielen Frauen ins Gespräch gekommen bin. Danach folgte eine Veranstaltung im Rathaus, bei der es um die Wahlrechtsreform ging, die wir in Baden-Württemberg fordern. Und danach habe ich noch bei der Kundgebung „Gemeinsam mit allen Geschlechtern“ auf dem Marktplatz gesprochen. Es war ein wirklich toller Tag – mit beeindruckenden Frauen. Und alle kämpfen für Frauenrechte und Gleichstellung.

 

Meine Rede bei der Kundgebung „Gemeinsam mit allen Geschlechtern:

Liebe Frauen, liebe Mitstreiter,

starke Frauen haben vor 100 Jahren das Wahlrecht erkämpft. Seither wurde viel erreicht und zuletzt auch das „Nein heißt Nein“ bei sexuellen Übergriffen. Und doch sind Frauen noch immer nicht gleichgestellt, obwohl die Gleichberechtigung von Frauen im Grundgesetz steht. Die Stichworte kennen alle – beispielsweise Entgeltgleichheit, Frauen-Anteil in den Führungsetagen und in den Parlamenten. Es gibt noch viel, was wir – gemeinsam mit allen Geschlechtern – erkämpfen müssen.

Gleichzeitig müssen wir auch einen Abwehrkampf führen. Denn es gibt inzwischen politische Kräfte, die Gleichstellung als Irrweg bezeichnen. Die AfD sieht Frauen als Gebärmaschinen hinterm Herd. Sie wollen das „Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend“ deshalb in „Bundesministerium für Familie und Bevölkerungsentwicklung“ umbenennen. Entgeltdiskriminierung gibt es nicht. Die Frauenquote lehnt die AfD natürlich auch ab. Und bei allem, was mit Gender zu tun hat, gibt es nur zynisches Gelächter. Eigentlich ist es unvorstellbar, aber wir müssen Frauenrechte und Gleichstellung wieder verteidigen. Und das machen wir im Bundestag und zwar lautstark und heftig.

Und gerade diese rechten Kräfte machen plötzlich auch die Gewalt gegen Frauen zum Thema. Sie zetteln dazu Debatten im Bundestag an und organisieren in Berlin-Kreuzberg einen rechten Frauenmarsch. Frauenrechte dürfen von diesen Rechten nicht instrumentalisiert werden. Denn wenn es der AfD um Gewalt gegen Frauen geht, dann meint sie damit nur deutsche Frauen und nur die Gewalt ausländischer muslimischer Männer. Es geht ihnen um Ausgrenzung und Spaltung. Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassismus werden lauter – in unserem Land und auch in den Parlamenten. Erst geht es um die Fremden, dann um die Anderen. Das ist ein Angriff auf unsere Demokratie und auf unsere offene und bunte Gesellschaft! Und dagegen müssen wir uns wehren.

Frauenrechte, Menschen- und Bürgerrechte sind kein Nullsummenspiel. Sie sind universell und voraussetzungslos. Es gibt keine Bedingungen, die erfüllt sein müssen, damit sie gelten. Wir können und müssen sie uns auch nicht verdienen. Ähnlichkeit ist keine Voraussetzung dafür. Und Verschiedenheit ist auch nie ein Grund für Ausgrenzung. Unser Grundgesetz verteidigt diese Rechte und die Stichworte dafür sind: Freiheit, Gleichheit und die Würde des Menschen. Wenn unsere Werte durch Rechtspopulismus, Rassismus, Antisemitismus oder Sexismus angegriffen werden, dann müssen wir uns lautstark dagegen wehren.

Denn eine lebenswerte Gesellschaft braucht eine konsequente Haltung gegen jede Form der Ausgrenzung. Dazu braucht es alle – alte Menschen und junge, Unternehmerinnen, Gewerkschafter, die Kirchen und Politikerinnen, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle, Schwule und Heteros. Jede und jeder ist wichtig. Denn unsere demokratische Geschichte wird von allen gemacht. Auch und besonders von uns Frauen. Deshalb müssen wir das, was unser Leben in dieser Gesellschaft ausmacht – Offenheit, Toleranz und Freiheit – stark machen und gemeinsam mit allen Geschlechtern verteidigen. Und dafür ist die heutige Kundgebung wichtig. Vielen Dank!

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